Kraft des Wandels

Wandel ist toll. Wenn man sich darauf einlässt. Naturgemäß machen das nicht alle Menschen und so produziert der Wandel zunächst einige Gewinner und viele Verlierer. An dieser Phase des Wandels befinden wir Deutschen uns wohl grad bei vielen Themen. Mir fallen da sofort Digitalität, Gesellschaft, Konsum und Klima ein.

Wandel ist einfach nicht so en vogue. Man muss sich bewegen, sie anpassen, sich seine eigene Chance im Wandel suchen. Spätestens seit Merkel lernen wir Deutschen jedoch den Bestand zu lieben und zu wahren: Wir wählen Legislaturperiode für Legislaturperiode die liebe Mutti, die die Veränderung von uns fern hält. Wir wollen im jetzt inne halten und bewegen uns nur unter Druck. Das Gesetz des Marktes. Diese Methode ist gut für alle, die gefühlt etwas zu verlieren haben, die sich auf den Erfolgen von gestern ausruhen können und möchten. Für Jene, mit denen es die Vergangenheit nicht besonders gut meinte, ist der Wandel eine unglaublich große Belastung – sie sind schon so sehr mit dem sein beschäftigt. Woher soll die Kraft für zusätzliche Veränderungsprozesse kommen? Und dann sind da noch die, die gern verändern würden, aber dabei von Regeln, Bedenken und Ablehnung gebremst werden. Wandel ist ein verdammt anstrengendes Luder.

Merkels Deutschland bewegt sich nicht

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nicht bekannt für ein besonders visionäres Wesen. Vielmehr scheint Bundeskanzlerin vom Charakter eine Verwalterin zu sein – eine mit großem Vertrauen in den Wirtschafter. Den Bestand halten und reparieren was kaputt geht. Da haben wir Deutschen uns ganz schön einlullen lassen. Im Digitalen beispielsweise liegen wir abgeschlagen auf hinteren Plätzen. OK, bei der Energiewende, da gab es mal kurz eine (ungewohnte) Aktivität. Im Bereich Konsum sind wir alle gespannt welche Auswirkungen die Lobbyisten in die TTIP-Papiere diskutieren. Wandel nach vorn scheint jedoch fast ausgeschlossen. Die Bank gewinnt immer.

In Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung treten wir meiner Wahrnehmung nach grad in eine Phase größeren Wandels ein. Zum einen blicken wir wieder auf zunehmende Bevölkerungswanderungen auf dem Planeten. Ausgelöst unter anderem durch bittere Armut, Hunger, Not, kriegerische Auseinandersetzungen, Gewalteskapaden und religiösen Fanatismus. Das fordert hier einen neuen Wandel. Als Gesellschaft sind wir grad so schön mit unserem eigenen Egoismus beschäftigt, da stören zusätzliche Leistungsempfänger sehr. Irgendwie scheint der gesellschaftlichen Mitte dabei auch Empathie verloren gegangen zu sein. Frei nach Merkel: Keine Veränderung gewünscht, aber reden wir nicht darüber. Bleibt der Weg zu den Extremen: Rechts oder links. Beide stehen sich in diesen Tagen regelmäßig an Flüchtlingsunterkünften gegenüber. Die einen haben Angst vor der Veränderung und dem Verlust lieb gewonnener Gewohnheiten und formulieren das in Ressentiments, Brandanschläge und blinde Gewalt. Die anderen stehen dem Wandel offen gegenüber und leisten per Ehrenamt, was eigentlich ein wachsamer Staat leisten müsste. In dieser Situation taumeln sogar die Medien hilflos umher und lassen sich vom fehlenden Wandelmut der Regierung anstiften. Zu sehr haben Pegida und Co gezeigt, das es verdammt viele Menschen gibt, die sich diffusen Ängsten hingeben. Fast scheint es, diese neue Ausgrenzung tauge zum sozialen Standard. Nicht zuletzt die Bild zeigt uns das nahezu täglich auf der Titelseite.

Stillstand ist evolutionär eher untypisch

Wir haben es vom Pferd zu Auto geschafft, vom Zelt ins gemauerte Haus und von der Kerze zur Glühbirne. Die Entwicklungen in der Informationstechnologie haben uns in den letzten Jahren in einen regelrechten Geschwindigkeitsrausch versetzt. Die Akzeptanz dieser Veränderungen ist wohl überall vorhanden. Auch hier gab es Störungen und Hindernisse. Ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft die Bedenkenträger, Rassisten und Rückwärtsgewandten möglichst schnell überwinden und Merkels Lehre diesen Zustand nicht künstlich verlängert. Öffnet die Herzen für die positiven Seiten der Veränderung und habt Mut daran teilzunehmen.

Wir werden bestohlen

Da stehen wir nun. Die CSU, immerhin Mitglied der Bundesregierung, rückt deutlich nach rechts und gibt braunen Gesinnungen Aufwind. Jeder, so tönt es da aus Bayern und AfD-Wahlkampfarenen, will uns etwas wegnehmen. Die Griechen, die Flüchtlinge aus Afrika, die Asylbewerber die schon da sind. Jeder will den Deutschen an den mühsam verdienten Euro. Und die, die sich schon von Amts wegen gegen die Vertiefung solchen Gedankenguts verwehren sollten schauen weg. Wo ist der Aufschrei der Regierungsparteien? Wo sind die ersten Seiten auf den Tageszeitungen? Die Bild nehm ich mal raus, die bläst ja ins selbe Horn, wie CSU und AfD. Selbst die Kanzlerin stolpert in Rostock in der direkten Konfrontation ziellos durch das Thema.

Gescheiterte Flüchtlingspolitik

Die jetzige Form der Flüchtlingspolitik züchtet im großen Stil Verlierer. Menschen in größter Not kommen unter Lebensgefahr nach Deutschland, werden hier ablehnend empfangen und dann in schwer zu ertragenden Wohnsituationen eingepfercht. Und sich selbst überlassen. Die Deutschen rufen: Alles meins, lass die Finger davon und am allerliebsten verschwinde wieder dorthin, woher Du kamst. (Ob Du dabei draufgehst ist mir egal, aber mach es nicht hier). Eine menschenverachtende Einstellung. Die ist auch noch so herrlich leicht. Man vertreibt das Störende. Oder man sorgt mit feigen Brandanschlägen dafür, dass „dieses Pack“ gar nicht erst kommt.

Was haben diese Menschen für eine Chance? Zunächst sind sie vermutlich froh zu leben und hier eine funktionierende Versorgung mit dem notwendigsten vorzufinden. Es ist aber nicht zuträglich diese Menschen nur am Leben zu halten und ihnen vorzuleben, wie das in Deutschland mit dem Wohlstand läuft. Diese Menschen wollen in die Gesellschaft integriert werden, dazugehören und nicht nur neidische Zuschauer sein. Das ist zu verständlich. Jeder von uns würde das wollen!

Accept it as a challenge!

Der Umgang mit Flüchtlingen könnte auch anders laufen. In meinen Augen ist es unbedingt erstrebenswert, sich intensiv um diese Menschen zu kümmern. Mit ihnen hart zu arbeiten, um ihnen den Weg in unsere Gesellschaft so einfach wie möglich zu gestalten. Dazu gehört als allererstes der nachhaltige Abbau von Sprachbarrieren. Diese Menschen müssen unsere Sprache flüssig verstehen und sprechen, wenn sie eine faire Chance bekommen sollen. Es geht aber auch um Kultur. Unsere Kinder durchleben viele Schuljahre, die neben dem Erwerb der Grundrechenarten auch dazu dienen ein kulturelles Verständnis, eine kulturelle Identität zu entwickeln. Ganz selbstverständlich integrieren wir unsere Kinder in unsere Kultur. Flüchtlinge dagegen kasernieren wir lieber. Wie soll so ein Mensch einen Zugang zu unserer Gesellschaft bekommen, wenn er lernt, dass er unerwünscht ist. Wenn er lernt, dass es viel einfacher ist kriminell zu werden, als einen ordentlichen Beruf zu erlernen? Wie soll das gehen? Ernsthaft.

Wenn Deutschland, was rede ich, Europa die Herausforderung lösen will, muss sich die Kultur im Umgang mit diesen armen Menschen verändern. Statt sie zu Lasten der Gesellschaft an exponierten Stellen vorzuführen und zu isolieren sollte es um echte Integration gehen. Das geht über Sprache, berufliche Fähigkeiten und Verständnis der Kultur. Auch die Verbesserung der (Über-)Lebensverhältnisse in den Ursprungsländern dieser armen Menschen gehört zu diesem Thema.

Mehr Willkommenskultur wagen

Genau wie die USA und Kanada ist Europa inzwischen ein Einwanderungsgebiet. Es wird Zeit, dass wir unsere Position der Realität anpassen und von einer Ablehnungskultur zu einer Willkommenskultur wechseln. Diese Menschen sind ideell genauso wertvoll, wie jeder andere hier im Lande. Sie werden wirtschaftlich für die Gesellschaft genau so wertvoll, wenn wir sie dazu befähigen. Wir müssen uns trauen den Menschen zu helfen. Und zwar ganz ernsthaft. Sonst nimmt die Betrachtung eines Flüchtlingszoos überhand.

Spätestens wenn das passiert, ist Deutschland, vielleicht sogar die europäische Wertegemeinschaft für mich kein Ort mehr, an dem ich gerne leben möchte. Ich will dann weg! In eine erwachsene Gesellschaft die Probleme löst, statt sie in Containern am Rande der Stadt zu formulieren.

Verzweiflung, Irrweg oder beides?

Ich muss mir das von der Seele schreiben. Es macht mich wütend! Zugleich ermüdet es ungemein! Wir haben Politik. In Deutschland, in der Welt, überall. Ganz grad im aktuellen Moment ist das kaum zu ertragen. Da werden im großen Umfang Entscheidungen getroffen, von denen jetzt schon absehbar ist, dass diese keinen Bestand haben werden. Gunter Dück beschreib das sehr passend als Schwarmdummheit – Menschen treffen eine Entscheidung, obwohl sie in dem Moment schon wissen, dass sie Blödsinn ist. Mein Gefühl, die Schwarmdümmste aller Schwarmdummen ist Kanzlerin Merkel, die ich zugegeben sehr ambivalent betrachte.

Nehmen wir die Griechenlandkrise. Ich wette die aktuelle Vereinbarung wird uns – so sie überhaupt die notwendigen Parlamente passiert – innerhalb der nächsten 2 Jahre wieder vor die Füße fallen. Hier wird mit Machtpolitik versucht, was mit Solidarität gelöst werden müsste. Ein Schäuble agiert wie von Sinnen und mimt den „grumpy old man“. OK, der ist er wohl auch. Die Frage wäre aus meiner Sicht, ist so ein Charakter geeignet, um das aktuelle Problem zu lösen? Diese Frage stellt leider niemand. Obwohl, … wie war das bei Varouvakis?

Nehmen wir das Steuersystem. Seit mehr als zwei Dekaden ist in Deutschland eine große Steuerreform überfällig (das wirft man lustiger Weise übrigens auch den Griechen vor). Grumpy old man Schäuble hat zum Beginn dieser Legislaturperiode die Schwarze Null ausgegeben und versucht diese auf biegen und brechen im aktuellen Haushalt zu erreichen. Leider nicht mit fairen Mitteln. Da werden beispielsweise Infrastrukturausgaben verschleppt (ich führe gern die notwendigen Investitionen bei der Bahn oder den Zustand der deutschen Autobahnbrücken an). Auf der anderen Seite hat der Staat im Moment sehr gute Einnahmen. Er lebt scheinbar trotz schwarzer Null deutlich über seine Verhältnisse. Außerdem werden wichtige Zukunftsweichen nicht gestellt. Nehmen wir nur die Veränderungen des Handels durch das Internet. Das Modell der Gewerbesteuer leidet bereits darunter und damit auch die Finanzierung der lokalen Haushalte. Ein wachsamer Minister würde sich genau an dieser Stelle Gedanken machen und Ideen entwickeln, wie Gelder künftig eingenommen und verteilt werden.

Nehmen wir Bildung. Das föderale Bildungssystem ist wohl auch so ein toller Fall von Schwarmdummheit. Rational spricht wenig dafür. Da geht es aber eben auch um Großkopferte, Macht und Geld. Also wie immer. Das wichtige Thema der digitalen Bildung steckt immer noch in den Kinderschuhen, schließlich versteht man selbst nichts davon.

Nehmen wir die PKW-Maut. Da wird ein Monstrum geschaffen, dessen Wirksamkeit umstritten ist. Dazu ist nicht mal sicher, dass dieses Monster nach EU-Recht überhaupt zulässig ist, da die deutschen Autofahrer durch die gleichzeitige Absenkung der KFZ-Steuer gegenüber anderen Eu-Bürgern bevorteilt werden. Ganz nebenbei wird die Erfassungsinfrastruktur zu einer Bewegungsmuster-Infrastruktur, was zwar vom Gesetz so nicht vorgesehen ist, aber sicher nicht lange auf sich warten lässt. Bedarf wird ja immer mal wieder aus dem Lager die Innenpolitiker formuliert.

Nehmen wir die Vorratsdatenspeicherung oder Neudeutsch die Mindestspeicherfrist. Bereits jetzt ist absehbar, dass der Gesetzentwurf vor dem Verfassungsgericht keinen Bestand haben wird. Die Wirkung dieser Massendatenerfassung ist dazu sehr umstritten. Spätestens sei dem NSA-Skandal leidet das Vertrauen in die digitale Infrastruktur und auch die „guten“ Absichten des Staates bereits überproportional. Und obwohl im Text nur von schwersten Straftaten gesprochen wird versuchen heute bereits vor Verabschiedung des Gesetzes verschiedene Innenpolitiker auch diesen bewusst gesetzte Hürde aufzuweichen.

Bleiben wir beim Ausspähen. Die Politik hat bis heute keine Antwort darauf gefunden, wie man Amerikaner, Briten, aber auch Russen und Chinesen in Zaum hält. Hier muss die Erkenntnis wohl noch reifen, dass es auch hier unbedingt klarer Abkommen zwischen den Ländern bedarf, die eben solche Grundrechtsverletzungen ausschließen. Die Politik, insbesondere die Bundesregierung sollte sich entschlossen den Spähfetischisten entgegenstellen, statt sie sogar noch zu bekräftigen – zumindest, wenn man das mit der Demokratie ernst meint. Dazu gehört natürlich auch eine Diskussion, wie man eine digitale Strafverfolgung gestalten kann, allerdings ohne den Generalverdacht gegen die eigene Bevölkerung zu erheben. Allerdings ist das persönliche Betroffenheitsmoment einer Angela Merkel wohl so gering, dass selbst der Generalstaatsanwalt Range es vorzieht beide Augen zuzudrücken. In meinen Augen sollte in Bezug auf Amtsmissbrauch und Rechtsbeugung hinterfragt werden.

Nehmen wir Breitbandausbau. Deutschland ist bei diesem Thema weit abgeschlagen. Verspielen wir hier grad Zukunft? Oder ist es die Strategie das Feld dann von hinten aufzurollen. Neben schlechter Bandbreiten sind die Kosten für Datentransfer im internationalen Vergleich in Deutschland sehr hoch. Da passt einiges nicht zusammen.

Nehmen wir Hebammen. Kanzlerin Merkel schrieb sich das Thema schon vor Jahren auf die Fahnen. Passiert ist seitdem nichts. Aktuell laufen wir sogar Gefahr das gesamte System freiberuflicher Hebammen zu verlieren. Ist das eine gute Wahl in Zeiten in denen Deutschland die eh schon geringste Geburtsrate der Welt hat? Wer zeugt ein Kind, wenn nicht mal geklärt ist, wie das Kind überhaupt auf die Welt kommt? Ich glaub zwar nicht, das die Regierung das Thema gegen die Wand fahren will, aber die Gleichgültigkeit mit der sie es geschehen lässt macht keinen Mut.

Am anderen Ende der Lebensperiode stehen dann Rente und Altersarmut. Auch hier braucht es politische Lösungen, die seit Ewigkeiten verschleppt werden. Das Thema Rente ist in meiner Wahrnehmung nicht erst seit Blüm ein Thema. Ein ewig krankes System, aus dem sich die theoretisch besten Einzahler, nämlich die Selbstständigen einfach entziehen können.

Nehmen wir … diese Liste scheint ewig erweiterbar, auch auf internationaler Ebene, nehmen wir nur Briten, Amerikaner und Russen und deren Wertexport als Stichwort. Für Deutschland weiß ich nicht, wann genau die Idee der Sozialen Marktwirtschaft verspielt wurde. Ich weiß nicht, welche Partei man wählen müsste, um die notwendigen Anpassungen einzuleiten. Gibt es eine? Im Moment lernen wir an allen Stellen: Egoismus geht vor Solidargemeinschaft. Oder bin ich verbohrt und habe einfach nur einen falschen Blickwinkel? Gebe mich zu sehr der Sozialromantik hin? Wie soll ich damit umgehen? Wegschauen oder mit applaudieren? Wo liegt die neutrale Linie? Ich bin offen für Ideen.

In eigener Sache: So geht’s bei mir weiter

Anfang Dezember habe ich bekanntgegeben, dass ich die von mir mit gegründete Digitalberatung F9 zum Jahreswechsel als Mitarbeiter und Gesellschafter verlassen werde. Auf zu neuen Ufern, Roland Panter 2.0. Es ist zu dem Zeitpunkt noch nicht so klar wohin der Weg führen wird. Ich bin ergebnisoffen und hochmotiviert an die Sache herangegangen. Fest oder frei, beides sind Optionen für meine künftige berufliche Orientierung.

Was passierte seit dem?

Eins vorweg, es ist mehr passiert als ich erwartet habe. Unmittelbar nach Veröffentlichung meines Blogposts nehmen viele Leute Kontakt mit mir auf. Sogar aus New York bekomme ich eine Nachricht mit einer Idee für eine Zusammenarbeit. Es finden sich schnell mehrere Stellenangebote. Leider ist nicht das Richtige dabei. Ganz anders entwickelt sich meine – zunächst als Übergangslösung gedachte -freiberufliche Tätigkeit. Verschiedene Agenturen sprechen mich an und es entstehen konkrete Projekte für eine Zusammenarbeit. Auch einige Startups melden sich bei mir. Eins davon, ein Hightech-Startup im Industriebereich, unterstütze ich inzwischen mit strategischer Kommunikation und bei der Entwicklung des Unternehmens. Da geht es unter anderem um Führung und Leadership, Mitarbeitersuche, Unternehmensorganisation, Kundenpräsentationen, aber auch die wichtige Kommunikation mit den Investoren. Ein beeindruckendes Team mit einem wirklich spannenden Produkt.

Alles in allem entwickelt sich meine freiberufliche Tätigkeit so gut, dass ich mich künftig darauf konzentrieren werde. Die neuen Aufgaben bereiten mir große Freude und auch an die „einsame“ Arbeit im Home-Office habe ich mich inzwischen gewöhnt – das ist fast einen eigenen Blogbeitrag wert.

So können wir zusammenarbeiten

Ein Neuanfang ist ein kraftvoller und inspirierender Moment. Ich habe die Chance genutzt, Spreu von Weizen getrennt und und mein Profil geschärft. Nun nutze ich die Gelegenheit und mache etwas Werbung in eigener Sache. Lasst uns zusammen arbeiten! So kann das aussehen:

Startups: Junge Unternehmen berate ich bereits seit vielen Jahren. Da geht es ganz oft um Rahmenbedingungen. Strukturen und Prozesse wollen gefunden werden. Der Blick muss immer wieder auf das Wesentliche fokussiert werden. Kommunikation ist häufig nicht die höchste Qualität der Gründer, zu sehr beschäftigen sie sich mit Ihrer Idee. Das ist ganz wichtig. Als externer Berater helfe ich bei Strategie, beim Abbau von Entscheidungshindernissen für mögliche Kunden und Investoren, bei der Professionalisierung von Prozessen und bei der Entwicklung des Unternehmens.

Große und mittlere Unternehmen: Ganzheitliche Unternehmenskommunikation und deren vielfältige Teilaufgaben begleiten mich bereits mein ganzes Berufsleben. Hier wirke ich als Spezialist in digitalen Fragen – von der Optimierung (von Teilen) der Online-Kommunikation bis hin zu strategischen Fragen der Digitalen Transformation. Ich identifiziere spannende Geschichten und kommuniziere diese nach innen und außen. Mit analytischem Know-how und der Kenntnis vieler Mechaniken in Sozialen Netzwerken steigere und gewinne ich wertvolle organische Reichweiten. Ich unterstütze Unternehmen bei der Auswahl von Dienstleistern, der Optimierung von Prozessen und begleite in Phasen der Veränderung. Dabei bringe ich mich mit Kreativität, Netzwerk und ausgeprägten Lösungsfinder ein (letzteres heißt bei mir Corporate Inspiration). Das macht mich häufig zum Spezialist für besondere Aufgaben. Projekte begleite ich als externer Berater und Dienstleister oder als interner Interims Manager über mehrere Monate. Meine Königsdisziplin ist die Abwehr kommunikativer Gefahren.

Agenturen: Ich habe keine Berührungsängste in der Zusammenarbeit mit Agenturen, habe selbst lange in Agenturen als Art Director, Projektleiter und Kundenberater gearbeitet. Als wertvoller Ergänzungsspieler bringe ich Kreativität, Expertise und Manpower ein. Ich helfe beim Gewinnen von Pitches, beim Beschreiben von Projekten und Konzepten, aber auch ganz konkret mit inhaltlicher Arbeit in digitalen Projekten. Meist sind dies Beratungsaufgaben, Kampagnen oder redaktionelle Tätigkeiten für digitale Kanäle (bspw. Facebook, Facebook Ads, Twitter, Xing, LinkedIn, Blogs und Communities). Immer mit dabei sind meine umfangreichen praktischen Erfahrungen und meine unverstellte Sicht auf die Dinge.

Hochschulen, Messen, Kongresse, Fortbildungseinrichtungen: Als Dozent oder Speaker vermittele ich praxisnahes Wissen rund um Social Media und Community Management. Das geht von niedrigschwelligem Wissen für Einsteiger bis hin zu tiefen Spezial-Know-how für Reichweitensteigerungen, Community Management und die Arbeit mit Multiplikatoren.

Verlage: Zwei Bücher habe ich in meinem Themengebiet bereits veröffentlicht. Ich bin bereit für Nummer 3 und freue mich über Anfragen.

Ich freue mich über spannende und inspirierende Kontakte.

Wertschöpfung und Steuern

Die Bundesregierung erkennt langsam, dass durch den digitalen Wandel Veränderungen eintreten, die neben privatwirtschaftlichen Innovationen auch Leitplanken aus der Politik bedürfen. Kanzlerin Merkel sagt dazu sinngemäß, sie beobachte, wie der Wandel in einer rasanten Geschwindigkeit voranschreite. Damit meint sie insbesondere Dinge, die unter dem Schlagwort Industrie 4.0 zusammengefasst werden. Im Detail geht es um Wertschöpfungsketten, tragfähige Infrastrukturen und den Bedarf an globalen Lösungen.

Auch Kanzleramts-Chef Peter Altmaier glaubt fest daran, dass mit der Gemächlichkeit der Politik alles seinen Platz finden wird. Meine Frage beim UdL-Digital-Talk in Berlin, ob es politisch nicht schlau sei sich auf globale Lösungen zu konzentrieren, statt hier Schattenkäpfe zu führen, beantwortete er sinngemäß mit Klein vor Groß. Erst nationale Lösungen, dann kontinentale Lösungen und vielleicht irgendwann internationale Rahmenbedingungen für die Wirtschaft – so die Devise aus dem Bundeskanzleramt. Das die Wirtschaft mit TTIP und CETA längst eigene Lösungen sucht und – zumindest die europäische – Politik vorführt hat er dabei aus den Augen verloren. Es besteht die Gefahr, dass die Interessen der großen Wirtschaftsunternehmen und Ihrer Investoren die Politik weiter korrumpieren und langsam in die Wirkungslosigkeit überführen. Es fehlen dringend globale Absprachen. Wie sich mit geschickten Tricks wirkungsvoll Steuern sparen lassen zeigen die großen Player ja bereits heute. Die Politik schaut zu.

Steuerflucht auf legalen Wegen

Wir befinden uns durch den digitalen Wandel in einer Phase der Umverteilung. Die Kreisläufe in den Wertschöpfungsketten verändern sich. Ganze Wirtschaftszweige stehen vor großen Verwerfungen. Allen voran der stationäre Handel, der bereits seit vielen Jahren dem Wettbewerb aus dem Internet ausgesetzt ist. Aber was bedeutet das?

Bislang hat der Handel seine Umsätze lokal erwirtschaftet und einen Teil seiner Gewinne unter anderem über die  Gewerbesteuer wieder in die lokalen Haushalte zurückgespült. Kaum einer bedenkt, die Kommunen leben zu einem großen Teil von den Gewerbesteuereinnahmen. Fallen diese Einnahmen nun weg, weil wir komfortbewussten Kunden nun nicht mehr in die Stadt zum Händler laufen, sondern bequem vom Sofa bestellen, dann wird das die Kommunen früher oder später vor große Probleme stellen. Innenstädte drohen zu veröden und große Teile der von uns geliebten Infrastruktur werden unbezahlbar.

Die großen Internethändler machen uns heute bereits vor, wie man Geld an einer Stelle vereinnahmt, aber an anderer steuergünstiger Stelle versteuert. Ich persönlich wundere mich zumindest immer wieder darüber, warum ich in Deutschland bestelle, die Lieferung und die Rechnung aber aus Luxemburg kommt. Auch die deutschen Händler wählen Ihren Standort möglichst Gewerbesteuergünstig, denn die Hebesätze unterscheiden sich sehr stark, ein Beispiel, dass sogar von kurzsichtigen Politikern kopiert wurde. Zumindest letzteres wurde inzwischen zum Glück wieder korrigiert.

Steuern dort abführen, wo Wertschöpfung entsteht

Reift die Erkenntnis, dass durch ganz legale Tricks die steuerliche Wirksamkeit des wirtschaftlichen Handelns so leicht auszutricksen ist, müsste aus meiner Sicht die Politik darauf reagieren. Steuern müssten dort entstehen, wo wertgeschöpft wird. Wenn das auf lokaler Ebene nicht klappt, dann müsste es zumindest auf nationaler Ebene gelingen – neue nationale Verteilkreisläufe eingeschlossen. Es sollte den multinationalen Konzernen nicht erlaubt sein, lokale Märkte auszubluten, in dem man die Gewinne mitnimmt, aber nichts in den Wirtschaftskreislauf zurückfließt. Wenn nichts nachrückt, ist irgendwann nichts mehr zu holen. Spätestens hier kommt die Politik ins Spiel – eine kleine Veränderung im System kann viel bewirken.

Aber auch deutsche Unternehmen agieren im Weltmarkt mit den gleichen Methoden. Auswirkungen sind beispielsweise die Verlagerung von Produktionskapazitäten in „günstigere“ Länder oder eben die riesige Exportquote, die wir Deutschen jedes Jahr erwirtschaften. Es wird gemacht, weil es geht und was grad noch so legal ist. So lange die globalen Lebens- und Umweltstandards sich weiter gravierend unterscheiden wird diese Methode weiter Oberwasser haben. Die Wirtschaft nimmt einfach keine Rücksicht auf potenzielle Folgen ihres Handelns. Sie lebt im hier und jetzt. Die Manager sind durch die Shareholder aufgefordert genau heute Gewinne zu erwirtschaften – morgen müssen halt neue Lösungen gefunden werden. Die Politik sucht schon lange passende Antworten darauf.

Globale Umverteilung – wird Deutschland der Verlierer?

Längst ist der digitale Wandel zu einem globalen Wettbewerb der Ideen geworden. Amerika positioniert sich selbstbewusst an der Spitze der Wertschöpfung und stört aufkommenden Wettbewerb um diese Position recht wirkungsvoll. Das betrifft auch Europa. Durch TTIP werden bspw. Regelungen getroffen, die künftig viele politische Entscheidungen wirkungsvoll blockieren oder zumindest erschweren können. Die Entfremdung der Nachbarn aus Russland und Europa ist vermutlich ein weiterer Baustein in der großen Strategie der Amerikaner. Die Presse beschreibt bereits einen Wirtschaftskrieg – ganz so weit weg ist das vermutlich nicht.

Was bedeutet es für Deutschland? Die Regierung müsste mit großer Energie für globale Regelungen werben, die allen Ländern erlauben von der digitalen Transformation zu partizipieren. Wertschöpfung müsste ein Prinzip der Ortsschuld beinhalten. Die Bemühungen um den Datenschutz und die Kontrolle staatlicher und privater Cyberwar-Infrastrukturen müssten zunehmen. Es wird Zeit zu handeln!